Autobiografisches

Familie Antel in AutobiografischesIch wurde geboren und zwar am 28. Juni 1913 als Österreicher. Bei meiner Geburt konnte ich freilich noch nicht ahnen, was alles auf mich zukommen sollte. Meine Mutter stammte vom Lande aus bescheidenen Verhältnissen, und mein Vater war Beamter bei der k.u.k. Post- u. Telegraphenverwaltung. Mein Vater war wild entschlossen aus mir auch einen Beamten zu machen. Ich war fest entschlossen noch was besseres zu werden, nähmlich „FILMRESCHIESCHÖR“.

Mit sieben ging ich zum ersten Male ins Theater, aber „Orpheus in der Unterwelt“ hinterließ keinerlei nachhaltige Eindrücke. Mit acht wurde ich Fußballfan – Vienna Anhänger natürlich, und mit zwölf kam ich zu den Pfadfindern. Ich hatte einen Mitschüler, dessen Vater Portier in einen Verlags Haus war. Dort erschienen die Zeitschriften „Die Bühne“, “Mein Film. Mein schönstes Geschenk – in jeder freien Minute war ich dort. In der Schule war ich keine Intelligenzbestie, aber über den Film wußte ich fast alles.

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Mit zwölf Jahren bekam ich von meinen Eltern eine richtige Kamera, eine Pathe`Baby 9mm. Ich filmte sofort das große Welttreffen der Pfadfinder; das war noch kein Kinohit, aber hinterließ tiefe Eindrücke bei den Bekannten und Verwandten. Nach den Gymnasium quälte ich mich im technologischen Gewerbemuseum zwei Jahre lang mit Schlosserei, Elektrotechnik und ähnlichen ab.

Am Bauernmarkt Nummer 24 eröffnete die Wiener Tonfilmakademie, ich schaffte die Aufnahmeprüfung.

Kabarettabend in Autobiografisches

Eines Tages bot mir der Kameramann Hans Theyer einen Job als Kamera Assistent an, der Film hieß „Wienerwald“. Wir beschlossen eine eigene Firma zu Gründen, die WIFA FILM.
„Vagabunden“ sollte unser Film heißen. Die Dreharbeiten waren ein einziges Abenteuer. Ich hatte meine erste Feuerprobe als Regiesseur aber dies war leider eine saftige Pleite.
Eines Tages wurde in Wien wieder gedreht: „Unsterblicher Walzer“. Nach unzähligen Streitereien und finanziellen Misserfolgen übernahm ich plötzlich das Projekt und durfte es ferstigstellen. Es lohnte sich.
Bei der Cinephon fand ich schließlich einen Job als Produktionsleiter. “Ehesanatorium“hieß dieser Film. Der nächste Streifen „Narren im Schnee“ führte mich nach Südtirol. Ein Lustspiel unter der Regie von E.W.Emo , „Meine Tochter lebt in Wien“ mit O.W. Fischer, Hans Moser, Dorit Kreysler drehten wir in Wien.

Leider hatte inzwischen eine Zeit begonnen,die für meine Ambitionen nur wenig Verständnis zeigte. Ich hatte Glück in der Propagandakompanie der 9. Armee / Fronttheater. Ich lernte in dieser Zeit Gert Fröbe, Grethe Weiser u.a. kennen.

Wir wollten natürlich nach diesen Ereignissen, nach der Befreiung,eine österreichische Filmindustrie aufbauen. Ohne der Unterstützung der Alliierten lief leider nichts. Ich produzierte einen Kurzfilm „Österreich ruft die Welt“,er bekam sogar eine Auszeichnung.
Jetzt brannte ich darauf einen richtigen Spielfilm zu machen.“Das singende Haus“ war der Titel, im Frühjahr 1948 war die Premiere, das Publikum war zufrieden, und ich war schon für meine nächsten Projekte unterwegs. Leider mußte ich warten, auf einen Film der nicht zustande kam.
Es dauerte nicht lange und ich durfte musikalische TV-Filme für die USA drehen. Eine „Schubertiade“, „Polka“, “Operette“, “Johann Strauss“, “Die Messe in A-Moll“ usw.

Ich lernte einen Linzer Filmproduzenten kennen, und außerdem einen gewissen Dr. Gunther Plachetta, einen Meisterschwimmer, im Hauptberuf Arzt, er wollte seinen Beruf an den Nagel hängen – unter den Pseudonym Gunther Philipp machte er Karriere. Ich schrieb mit Ihm das Drehbuch zu „Kleiner Schwindel am Wolfgangsee“. Ich schaffte es und wir hatten viele Filmprojekte umgesetzt.
Nach „Der alte Sünder“, „Eva erbt das Paradies“ folgte ich der Idee von Paul Hörbiger gemeinsam mit Hans Moser „Hallo Dienstmann“ zu drehen. Die Erfolge waren auf meiner Seite und ich war schon für die nächsten Filme vorbereitet.
„Der Obersteiger“, „Ein tolles Früchtchen“, „Rosen aus den Süden“. Bei den Film „Die süssesten Früchte“ hatte ich Peter Alexander eine Hauptrolle versprochen,er glaubte nicht daran und fuhr nach Italien um Urlaub zu machen. Ich ließ Ihn durch die Interpol suchen.

Ich war bei der Neusser-Hope Film beteiligt und wir drehten bis zu drei Filme pro Jahr. Nach dem Bombenerfolg von „Kaiserwalzer“, „Kaisermanöver“, „Der Kongress tanzt“ verfolgte ich eine verrückte Idee einen Eisrevue Film. Nach einigen schwierigen Verhandlungen schaffte ich es „Symphonie in Gold“ zu realisieren. Einfach wundervoll, ein voller Erfolg. Ausverkaufte Kinos.
Ich sicherte mir die Rechte zu „Krambambuli“und es wurde ein Kassenschlager mit Rudolf Prack, Adrian Hoven, Annie Rosar, Ernst Waldbrunn, Hannelore Bollmann und vielen anderen.
Nach einem Besuch im „Lido“ in Paris sah ich zwei junge, herrlich langbeinige Tänzerinnen, die Kessler-Zwillinge. Die Gloria Film machte Ihnen einen tollen Vertrag, ein Brauhof in Krems wurde zu einem Filmatelier umgebaut und wir drehten „Vier Mädels aus der Wachau“. Es folgten noch in der Wachau folgende Filmprojekte „Lumpazivagabundus“, „Heimweh dort wo die Blumen blühn“ und „Liebe, Mädchen und Soldaten“.

In einer Arbeitspause war ich zu den Entschluß gekommen einen realistischen Film zu drehen. Ein Reporter des Stern beschloß „Den Schatz vom Toplitzsee“ zu heben. Ich sicherte mir die Drehrechte und wir drehten an Originalschauplätzen.
1962 Jugoslawien war zu dieser Zeit preismäßig günstiger zu drehen, die Winnetou Filme hatten überdimensionale Kinoerfolge. Ich versuchte mein Glück und drehte „Das ist die Liebe der Matrosen, „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“. Produktion und Arbeitskräfte waren billig, so entschloss ich mich auch das nächste Projekt „Räuberhauptmann Tschinderle“ hier zu drehen. Leider blieb das Publikum in Scharen zu Hause, und die launige Räuberpistole wurde ein ziemlicher Flop.

Aber mein Optimismus ist ja sprichwörtlich: deshalb schmiedete ich unverdrossen neue Pläne. Karl Spiehs war inzwischen zum Bevollmächtigten der „Stadthallen Produktion“ avanciert-und die hatte Geld. Zudem war der Constantin Filmverleih daran interessiert eine Fortsetzung
des großen Publikumserfolg „Im schwarzen Rössl“ zu übernehmen. Auch mit viel Phantasie werden Sie es nicht erraten wie der Titel später hieß „Im singenden Rössl am Königssee“.
Es folgte eine wunderbare Zusammenarbeit mit Karl Spiehs. Wir drehten unter anderen: „Rote Lippen soll man Küssen“, “Die große Kür“, “Frühstück mit dem Tod“ und in den 70er Jahren unzählige Spielfilme und sogar eine Serie „Almenrausch und Pulverschnee“ unter seiner Filmproduktionsfirma „LISA FILM“, die er von Paul Löwinger kaufte.

 

 

Nach meinen Eisrevuefilm „Das grosse Glück“, wo ich dankenswerter Weise wieder mit der Wiener Eisrevue zusammenarbeiten durfte, erhielt ich eine Spezialangebot in der Saison 1971/21 die Künstlerische Leitung zu übernehmen. Zusammen mit meinem bewärten Autor Kurt Nachmann werkten wir an einem Drehbuch „Die Wirtin von der Lahn“. Meine Idee war die Entstehung der berühmten und zum Teil auch berüchtigten Wirtinnen-Verse zu einem Filmstoff zu verarbeiten. Meine „Neue Delta Filmgesellschaft“ übernahm die Produktion, und da inzwischen bekannt war, dass in Ungarn die besten Bedienungen geboten wurden, arrangierte ich mich mit der „Hungaro Film“. Das Schildchen „Ausverkauft“ hing in den meisten Kinos,in der Bundesrepublik erhielt ich die „Goldene Leinwand“ – und noch etwas – ich eroberte den italienischen Markt! Es folgten noch weitere 5 Wirtinnen-Filmchen.
Wann immer ich ab jetzt neue Filme plante, die Italiener waren mit dabei. Sie akzeptierten meinen Künstlernamen „Francois Legrand“.

 

 

Filmideen können überall entstehen, mich faszinierte eine Meldung, das ein Schlafwagenschaffner mit zwei Frauen verheiratet war.
Ich setzte mich mit Kurt Nachmann zusammen um die Story zu erfinden. „Warum hab ich bloß 2 x ja gesagt“. Die Atelieraufnahmen wurden in Budapest gedreht und die Außenaufnahmen in Rom. Dazu hatten wir auch einen ungarischen Kamera Assistenten mitgenommen – Attila Szabo -ein eiserner linientreuer Wegbegleiter.
Im Sommer drehten wir in Going beim Stanglwirt „Liebe durch die Hintertür“ mit einem sehenswerten Komikeraufgebot. Im Film griff Paul Löwinger zu einem bestimmten Elixier. Wenn er es trank sah er alle Menschen nackt. In einer Mittagspause drehten wir eine Szene: die nackte Kapelle mit der Filmcrew und Urlaubern, das keiner von der Richtigen Musikkapelle es merkte. Leider hatte ich den Stanglwirt
dadurch etwas verärgert, nach langer Zeit warten wir wieder Freunde.

Drehbuchschreiben in Autobiografisches

Es folgten weitere Lustspiele in Tirol: „Austern mit Senf“, „Das Love Hotel in Tirol“.
Wir schrieben das Jahr 1974, der Fernsehdirektor Helmut Zilk hatte mich gefragt, ob ich einen TV-Film nach Hermann Bahrs „Die gelbe Nachtigall“ drehen wollte. Natürlich wollte ich – keine Frage. Eine hochkarätige Besetzung: Dagmar Koller, Leon Askin, Ida Krottendorf, Marte Harell und viele weitere insbesondere mein jahrelanger Freund ,ein Weltstar, Curd Jürgens – zu einer Fernsehgage, wunderbar.
Nach diesen Fernsehausflug drehte ich in Italien „Der kleine schwarze mit dem roten Hut“, leider zu meinen Bedauern kein herausragender Erfolg. Während dieser Dreharbeiten in Rom las ich, dass Federico Fellini einen Casanova Film vorbereitet. Mein Partner Carl Szokoll, mit dem ich seit dem Schwarzen Rössl alle Filme gemeinsam produziert hatte, musste sich um die Besetzung kümmern. Ich um die Finanzierung.
In hartnäckigen Verhandlungen mit Tony Curtis, ließ er sich dennoch überreden. Natürlich hatte er seinen Preis viereinhalb Millionen Schilling.
Wir hatten den Golden-Globe-Preisträger Riz Ortolani als Komponist gewonnen. Ein Staraufgebot das sich sehen kann. Leider hatten wir mäßige Kritik. Der Film lief in Österreich erfolgreich, auch in Frankreich. Ich hatte in Frankreich dadurch einen neuen Freund gewonnen – Georges Glass.
Ich drehte mit ihm „Oh la la die kleinen blonden sind da“, „Zwei Gendarmen und noch ein Kamel“, „La fiancee qui venait du froid“ und eine 14-teilige Romanserie „Das Licht der Gerechten“.

Leider mußte ich in den 70iger Jahren viele Filmprojekte verwerfen oder ablehnen. Wie zum Beispiel „So Love Returns-Wenn die Liebe zurückkehrt“ mit meinen Freund Oskar Werner. Dieses Projekt scheiterte an seiner unaufbringlichen Spitzengage. „Der grosse Walzer“ wurde vom ORF abgelehnt. „Liebe und geliebt werden-To love and to be Lovend“ ein Dokumentarfilm über das Leben und Schaffen von Emmerich Kalmann, scheiterte an finanziellen Mitteln.
Karl Spiehs,erfolgreicher Filmproduzend hatte mittlerweile auch eine eigene Verleihfirma und bot mir einige tolle Filmprojekte an: „Blau blüht der Enzian“, „Ausser Rand und Band am Wolfgangsee“, „Musik,Musik da wackelt die Penne “ die ich natürlich abdrehte.
Die Zeit verging ,keine Spur von neuen Filmprojekten. Aber als ich so als Zeitvertreib ins Theater zum „Bockerer“ ging, war für mich klar, ich musste die Filmrechte erwerben und diesen Film verwirklichen. Es gelang mir. Ich erhielt für dieses Werk unzählige Einladungen zu Film-Festivals: Moskau, Los Angeles, Budapest, Madrid, London, Prag, San Remo, Melbourne.
In Hochstimmung produzierte ich in den DEFA Studios der DDR „Johann Strauss-der König ohne Krone“mit vielen Weltstars. Dieser Film wurde in Deutsch, Englisch, Französisch und mit vielen Untertiteln produziert.
Ich bekam ein böses Erwachen, schlechte Kritik. Die Kinos schwach besucht und die Einspielergebnisse im Keller. Aber mein einziger kleiner Trost – in der DDR lief der Film sensationell.
Ich mußte meine finanzielle Pleite „abarbeiten“ und bat den ORF Projekte an – „leider wir haben kein Geld“. Nach kleinen Aufträgen wie „Die Lacher Macher“, „Die Kaffeehausclique“, “Mein Freund der Lipizzaner“ folgte „Der Bockerer-Österreich ist frei“, „Der Bockerer-Die Brücke von Andau“, “Der Bockerer-Prager Frühling“.

ICH DANKE meiner guten Fee,meinen tollen Schauspielern und meinen tollen Kollegen- ICH HABE ES GENOSSEN- HERZLICHST EUER FRANZ ANTEL

 



Franz Antels letzter Fernsehauftritt wenige Monate vor seinem Tod

 

Franz Antel verstarb am 12. August 2007 im Alter von 94 Jahren in einem Pflegeheim in Wien Döbling. Sein Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof.

Im 19. Wiener Gemeindebezirk wurde in Erinnerung an den großen österreichischen Filmemacher ein Weg nach Franz Antel benannt.

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      Audio: Ö3 Wintergarten - Franz Antel erzählt aus seinem Leben (Ausschnitt)