Der Bockerer I

Keine Spur von einem neuen Filmprojekt. Weit und breit nicht. Niemand hatte den Mut, einen Film zu finanzieren. Kein Verleiher und keine Bank. Der Film schien in unseren Breiten wirklich tot zu sein. Also ging ich zur Abwechslung ins Theater. »Der Bockerer« von Ulrich Becher und Peter Preses im Volkstheater hatte besonders gute Kritiken. Ein Stück Vergangenheitsbewältigung war diese Geschichte vom kleinen Fleischhauer, dem nach dem Anschluss plötzlich die Herrenmenschen das Leben vermiesen. Und der Bockerer wird nicht einmal aktiv, spielt nicht den Helden, nur das Denken lässt er sich nicht abgewöhnen. Ein blitzgescheites, packendes Stück. Aus einer Zeit, die noch viele von uns miterlebt haben. Schon während der Vorstellung wurde mir klar: Das wollte ich verfilmen. Das war ein handfester österreichischer Filmstoff ohne Schmalz und Walzerseeligkeit. Und vielleicht die Gelegenheit, den Kritikern und Lästerern zu beweisen, daß ich sehr wohl einen ernstzunehmenden Film machen kann.

Innerhalb von sechs Wochen hatte ich genügend Geld, und ein großartiges Ensemble wartete auf die erste Klappe.


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